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VORTRAG:

THOMAS WILLEMEIT: "GRENZEN DES RAUMES IM ZEITALTER DER MOBILITÄT

Thomas Willemeit ist Gründungspartner des Berliner Architekturbüros GRAFT, die ebenfalls in Los Angeles und Peking mit einem Bürostandort vertreten sind.

Das Architekturbüro GRAFT zählt seit Jahren zu den innovativsten Architekturbüros in Deutschland. Sie verbinden internationalen Modernismus mit gutem Gespür für lokale Besonderheiten und wagen sich mit Ihren Bauten an neue gesellschaftliche Lösungsansätze und hinterfragen Gewohntes.

Unter dem Motto "Unbuilding Walls" hat GRAFT dieses Jahr den Deutschen Pavillon auf der Biennale in Venedig zusammen mit Marianne Birthler gestaltet.

In der Leuphana Universität Lüneburg, Hörsaal 3, um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

BAUKULTURGESPRÄCH "DIE HUMANE STADT"

Gesprächsteilnehmer werden sein:

Prof. Dr. Daniel Lang, Leuphana Universität

Prof. Dieter Läpple, Hafenuniversität, Hamburg

Prof. Dr. Marcus Menzl, Technische Hochschule, Lübeck

Prof. Jörn Walter, Oberbaudirektor der Stadt Hamburg, i.R. Hafenuniversität

 

Moderation und Gesprächsleitung:

Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender der Bundesstiftung Baukultur, Potsdam

 

Im Museum Lüneburg um 19 Uhr, der Eintritt ist frei.

 

Humane Stadt?  Was könnte das meinen? Menschenwürdig, lebenswert?

Ja, aber warum können wir die schönen Städte, die wir lieben, heute nicht mehr bauen? Ist „schön“ nur die historische Stadt, die gefeierten rekonstruierten Ensembles, wie gerade in der neuen Frankfurter Altstadt eröffnet? Welche Sprache sprechen hier bei uns Wohnungsbauten der Neuzeit, Kindergärten, Schulen und Hochschulen und die Arena, Verkaufseinrichtungen und  Gewerbezonen? Und warum bauen wir häufig Stadt, die einfach nur das Ergebnis von Dichte, Verkehrserschließung und Energiekonzepten ist? Wer erfindet, wer gestaltet, wer entscheidet? Wie gehen wir um mit öffentlichem und privatem Raum? Mit Straßen und identitätsstiftenden Plätzen für Gemeinschaft, wie mit Grünraum und Nachhaltigkeit?

 

Der soziale Zusammenhalt in der humanen Stadt wird derzeit an der Wohnungsfrage festgemacht. Bezahlbarer Wohnungsbau ist bundesweit für viele derzeit die größte Herausforderung, auch in Lüneburg. Häufig bleiben da Architekturqualität und Baukultur auf der Strecke! „Learning from small towns“, ist auf der Architektur Biennale in Venedig ein Thema und schon seit einiger Zeit ein Arbeitsschwerpunkt der Bundesstiftung Baukultur. Können wir mit unserer Stadt ein Beispiel sein?

 

Mit diesen Fragen beschäftigt sich das 4. Lüneburger Baukulturgespräch und bietet ein Dialogangebot mit Podiumsteilnehmern und Gästen. Mit renommierten Referenten wollen wir über die Chancen des Um- und Weiterbauens unserer Städte zu Städten des menschlichen Maßstabs reden. Und über die Chancen von Baukultur und  Baukunst für unsere Lebensräume der Zukunft. Beteiligen Sie sich, fragen Sie nach und engagieren Sie sich. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

DEUTSCHER BAUHERRENPREIS 2018

Ausstellung der Preisträgerarbeiten und Nominierten des Deutschen Bauherrenpreises 2018, Forum Baukultur Lüneburg e.V.

Die Wettbewerbsauslobung 2018 stand unter dem Leitbild „Hohe Qualität zu tragbaren Kosten“ für Bauaufgaben im Wohnungsbau, wobei die besondere Rolle und Verantwortung der Bauherren gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt in den Mittelpunkt gerückt wird.

Ressourcenschonung, Energieeffizienz und hohe Qualität der Gebäude und Quartiere sind das Ziel aller Beteiligten im Wohnungsbau. Letztlich ausschlaggebend sind jedoch die Entscheidungen der Bauherren, die darauf achten müssen, dass ihre Investitionen langfristig wirtschaftlich und nachgefragt sind. Das setzt Qualitätsbewusstsein bei Standortwahl, Grundrissgestaltung, Materialwahl und Erscheinungsbild voraus.

Gezeigt werden herausragende Projekte für hochwertigen und bezahlbaren Wohnungsbau sowohl Neubauten als auch Bestandserneuerungen. Sie alle leisten einen nachhaltigen Beitrag zur Stadtentwicklung und bieten hohe Wohnqualität.

Der Wettbewerb repräsentiert das bundesweite Spektrum innovativer Lösungen der mit Abstand umfangreichsten und verantwortungsvollsten Bauaufgabe für die Entwicklung unserer Gesellschaft.

Die Arbeiten wurden 11 Themen zugeordnet, um der Komplexität und Vielfalt der Aufgabe und der eingereichten Arbeiten gerecht zu werden

Zwölf Arbeiten der 33 nominierten Vorhaben wurden mit einem Preis ausgezeichnet.

Beworben haben sich Bauherrn und Architekten von 173 Wohnungsbauprojekten mit 11.467 Wohnungen, von denen 60 Projekte die engere Wahl erreicht haben.

Der Wettbewerb wird jährlich ausgelobt von einer Kooperation des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmer, des BDA Bundes Deutscher Architekten und des Deutschen Städtetages unter Mitwirkung der Deutschen Stiftung Denkmalschutz und des Bundes Deutscher Landschaftsarchitekten bdla.

Das Forum Baukultur Lüneburg e.V. verfolgt mit dieser Ausstellung eine Weiterführung des Diskurses zum bezahlbaren Wohnungsbau für alle, mit dem Anspruch die hohe ästhetische Qualität unserer Städte und Quartiere zu wahren. Und es rückt den oft kritisierten Bauherren in den Mittelpunkt und kann Ideen zeigen, wo und wie in diesem Land gute Beispiele entstanden sind und was daraus zu lernen wäre auch und nicht zuletzt mit Blick auf Herausforderungen hier in Lüneburg.

Die Ausstellung ist eine Leihgabe des GdW.

 

 

 

 

ENTWURFSSTUDIO KREIDEBERG

Wie in vielen Ländern ist auch in Deutschland die Wohnraumfrage eine der zentralen Herausforderungen der Gegenwart. In den letzten Jahrzehnten wurde versäumt, einen sozialen Wohnungsmarkt nachhaltig zu entwickeln. Wie sichert man die Wohnraumversorgung für alle Teile der Gesellschaft? Unter Berücksichtigung globaler Herausforderungen unserer Zeit (soziale Ungleichheit, ökologische Krise, Vertreibung, Flucht, Migration, Privatisierung, etc.) soll ein transdisziplinärer Diskurs zwischen Architektur, Wohnungsbau und gesellschaftlich-sozialen Alltagswelten zusammen mit argentinischen Architekturstudierenden angeregt werden. In dem Seminar „Die Wohnraumfrage - eine zentrale Herausforderung der Gegenwart in Deutschland und Argentinien“ in der Vertiefung Stadt- und Kulturraumforschung unter der Leitung von Prof. Dr. Ursula Kirschner werden 12 argentinische Studierende zusammen mit Kulturwissenschaftsstudierende einen Workshop in Lüneburg durchführen. Exemplarisch wird die Wohnsiedlung aus den 60er Jahren am Kreideberg in Lüneburg hinsichtlich ihrer Wohnqualität und Außenraumgestaltung untersucht. Es ist ein Dialog mit Lüneburger Architekt_innen, den Wohnungsverwaltungen, dem Stadtplanungsamt sowie mit Anwohner_innen geplant. Ziel dieses Workshops ist interdisziplinär und interkulturell einen Austausch zur Weiterentwicklung dieses Stadtteils anzuregen.

 

 

 

FRITZ‐HÖGER‐PREIS 2017 FÜR BACKSTEIN‐ARCHITEKTUR
AUSSTELLUNG IN LÜNEBURG ZU SEHEN.

Vom 3. bis zum 21. Mai 2018 ist die Ausstellung im Museum Lüneburg zu sehen. Die umfangreiche Ausstellung zeigt eine Auswahl der besten Projekte, die im Rahmen des Fritz‐Höger‐Preises 2017 für Backstein‐Architektur ausgezeichnet wurden. Vom expressiven Bankgebäude in historischer Umgebung über ein luftiges Einfamilienhaus in Vietnam bis hin zum skulpturalen Theaterbau – alle Projekte werden auf großformatigen Infowänden anschaulich und im Detail
dokumentiert. Die Ausstellungsbesucher*innen erwartet ein beeindruckender Querschnitt internationaler Backstein‐Architektur. Ausgewählt aus mehr als 600
Wettbewerbsbeiträgen aus allen fünf Erdteilen, sind die vorgestellten Arbeiten große Statements, die in beeindruckender Art und Weise die Vielseitigkeit
zeitgemäßer Backstein‐Architektur belegen.

 

Ausstellungsort und ‐zeit:
Museum Lüneburg, Willy‐Brandt‐Straße 1, 21335 Lüneburg, 3. bis 21. Mai
2018. Eröffnet wird die Ausstellung am Donnerstag, 3. Mai, um 19 Uhr mit einem Vortrag von Dr. Dieter Figge, Geschäftsführer des Ziegel‐Zentrums NordWest.

Am Dienstag, 8. Mai, wird Dr. Antje Seidel, Kulturgeographin an der Leuphana Universität Lüneburg, um 19 Uhr zudem einen Vortrag über "Die Backsteinstadt Lüneburg - Ton in Ton aus rotem Ziegel?" halten.

 

Seit 2011 wird der Wettbewerb in Kooperation dem Bund Deutscher Architekten BDA verliehen.

Am Sonntag und Samstag ist der Eintritt frei. Zugang über alte Wandrahmstr..

 

 

 

GASTVORTRÄGE: DIPL. ING. ARCHITEKT BDA CARL-PETER VON MANSBERG

 

"DIE NACHKRIEGSMODERNE IN LÜNEBURG, BAUTEN DER 60ER UND 70ER JAHRE IN LÜNEBURG"

Mancherorts sind  Bauwerke aus jenen Jahren wohl vom Abriss bedroht, zumindest aber mit einer verständnislosen Geringschätzung belastet, längst ohne Glanz mit Bauschäden behaftet, in der Mehrzahl nicht alt genug, um „geliebt“ zu werden, um unter das Dach des Denkmalschutzes flüchten zu können.

 „Nachkriegsmoderne“? Und vor der Katastrophe des großen Krieges? Was für eine  „Moderne“ könnte als Bezug gemeint sein, welche ist deren Geschichte und Wandlung? Lüneburg zeigt sicherlich weniger dramatische Spuren des Eingriffes in Stadtkörper und Erscheinungsbild - wie in den stark zerstörten  Großstädten - im Zeichen von Optimismus und Aufbruch in eine neue Zeit mit Freiheit und Wohlstand. Ein Innehalten und ein Blick zurück, um zu erkennen und zu verstehen erscheint gerade zu diesem Zeitpunkt sinnvoll.

"DIE WIEDERENTDECKUNG DER GESCHICHTE – EINE ZUKUNFT FÜR UNSERE VERGANGENHEIT"

 

In einer Aufsatzsammlung der 80er Jahre spricht Jürgen Habermas von dem unvollendetem Projekt der Moderne, angesichts eines neuen Historismus. Heinrich Klotz spricht von einer „Revision der Moderne“ als eine Wendung gegen die „absolute Abwertung der Tradition“, wie zu Beginn der Moderne als Befreiung und als Neuanfang gefordert. Spuren dieses neuen Bewusstseins sind auch in Lüneburg unübersehbar. Ist auch dieser Ausbruch zum Stillstand gekommen? Und was wird bleiben?