FORUM BAUKULTUR LÜNEBURG E.V. | WANDRAHMSTRAßE 10 | 21335 LÜNEBURG | 04131 72065-0 | FORUM.BAUKULTUR@LEUPHANA.DE

 

 

das neue bauhaus museum weimar _ zwischen monument und moderne

 

 

Das Forum Baukultur Lüneburg schließt am Donnerstag, 14.11. um 19 Uhr im Hörsaal 4 der Leuphana Universität mit einem Vortrag von Prof. Heike Hanada die Themenreihe zum 100-jährigem Bauhausjubiläum ab.
 

Anlässlich dieses Jubiläums haben alle drei Standorte des Bauhauses Weimar, Dessau und Berlin (noch im Bau) ein neues Museumsgebäude erhalten. Das Museum in Weimar wird betitelt als „Ein neues Kulturquartier für die Moderne“, das in Dessau als „Offene Bauhaus-Bühne in der Stadt“ und jenes in Berlin als „Im Dialog mit Gropius“.
 

Heike Hanada mit ihrem Büro hh_labratory for art and architecture aus Berlin hat das Museum in Weimar konzipiert. Sie erhielt dafür den Thüringer Architekturpreis 2019. Die Jury würdigt neben der gelungenen Einbindung in den städtebaulichen Kontext vor allem den Gegensatz des monumental wirkenden Körpers zu der sich nach innen überraschend öffnenden Raumabfolge.

 „Das Gebäude nimmt `Haltung´ an, im Sinne des Bauhauses entstehe so ein interaktives, offenes Haus, ein Ort für Auseinandersetzung, Diskussion und sinnliche Erfahrung“, schreibt die Jury.

DIE ANDERE MODERNE

Das Forum Baukultur hat natürlich in diesem Jubiläumsjahr seinerseits versucht sich mit dem Thema „Bauhaus“ auseinander zu setzen. Das geschah mit der Gastvorlesung von Frau Prof. Dr. Karin Wilhelm mit dem Thema: „Von der Hand zum Typus“ und fand unlängst durch das 5. Baukulturgespräch am 24.9. seine mittelbare Fortsetzung mit dem Thema: “Wie weiter bauen, wie weiter geben?“ und wird noch einmal präsent sein durch einen Gastvortrag am 14.11.19 von Frau Prof. Heike Hanada, Architektin des unlängst eröffneten Bauhausmuseums in Weimar.
Dazwischen werfen wir mit dem Vortrag von Carl‐Peter von Mansberg noch einmal einen kritischen Blick auf eine „andere Moderne“, die deutlich den Typus, die Serie und die postulierte „Einheit von Technik und Kunst“ verweigert, die einfache Funktionserfüllung nicht als Ziel anerkennt, sondern auch in einer abstrakten Formsprache ein differenziertes Bild von Mensch und Gesellschaft abzubilden versucht.
Der Vortrag wird sich neben den Arbeiten von Hans Scharoun (1893‐ 1973) – Berliner
Philharmonie ‐ vor allem mit dem Werk des finnischen Architekten Alvar Aalto (1898‐1976)auseinandersetzen.

"Seine Architektur ist nicht auf Beherrschung angelegt, weder auf die der Natur, noch
auf die des Menschen. Sie ist eher die Abformung einer langen, ruhigen Beobachtung,
Verdeutlichung eines vorhandenen Ausdruckes. Technik und Konstruktion im Dienst
der Baukunst, nicht als konstituierendes Element von Architektur. Eine andere Utopie
und ein differenziertes Bild des Menschen und der Gesellschaft." Alvar Aalto.

5. BAUKULTURGESPRÄCH: WIE WEITER BAUEN - WIE WEITER GEBEN?

unsere Gäste auf dem Podium.
Dr. Ing. Christina Krafczyk, Präsidentin des Niedersächsischen Landesamtes für Denkmalpflege
Andreas Kellner, Leiter des Denkmalschutzamtes Hamburg
Dipl.-Ing. Hanno Nachtsheim, Architekt Büro Riemann Architekten, Lübeck
Prof. Dr. Ing. h.c. Volkwin Marg, gmp Architekten Hamburg
MA Student Philipp Götz, Leuphana Lüneburg


Moderation: Reiner Nagel, Vorstandsvorsitzender Bundesstiftung Baukultur, Potsdam


„Unser gebautes Erbe von morgen bildet sich aus dem Bestand von heute“, so ist jüngst im aktuellen Baukulturbericht zu lesen und widmet sich intensiv dem Thema Erbe – Bestand - Zukunft. Wie mit dem Bestand umgehen, wie weiter bauen in Zeiten mit hohem Wachstumsdruck und großen Herausforderungen an die gewachsenen Quartiere und Lebensräume? Unsere Gäste werden nach persönlichen Statements in das Thema einführen und miteinander ins Gespräch kommen. Die Zuhörerschaft wird eingeladen sich in die Diskussion im Laufe des Abends mit einzubringen. Lüneburg steht mit seinem bedeutenden baugeschichtlichen Erbe, stetig steigendem Wachstumsdruck besonders im Wohnungsbau und einer Fülle neuer Herausforderungen an Funktion, Verkehr und Nachhaltigkeit vor gewaltigen Aufgaben mit Konfliktpotential. Schon jetzt werden hierzulande zwei Drittel der Bauleistungen in den Bestand und dessen Sanierung, Umbau und Erweiterung investiert, mit zunehmender Tendenz. Oft fehlt jedoch die Sensibilität für den Umgang mit unseren gebauten Lebensräumen - für die Verknüpfung vonGestern mit dem Heute und Morgen. Vor diesem Hintergrund wird die Frage nach dem Umgang mit dem Bestehenden immer drängender, denn Bestandsarchitekturen und – infrastrukturen sind nicht nur kulturell bedeutend: „Sie verfügen über soziale, ökologische und ökonomische Werte, in denen der Schlüssel für einen zukunftsweisenden Umgang mit dem Bestand liegt“ wie es im Baukultur Bereich 2018/19 weiter ausgearbeitet
wird. Also wie weiter bauen? Wo liegen die Potentiale, welche Weg können wir gehen hin zu einer qualitätsvollen und nachhaltigen Weiterentwicklung der gebauten Umwelt, wie können erfolgreiche Prozesse gestaltet und neue Perspektiven für das gebaute Erbe eröffnen werden?

Dienstag, den 24.09.2019 um 19.00 Uhr, Eintritt frei

Foyer des neuen Museum Lüneburg

 

 

VON DER HAND ZUM TYPUS. GROPIUS UND DAS BAUHAUS WEIMAR/DESSAU

 

Die Feier zum 100sten Geburtstages des Bauhauses in diesem Jahr ist mit der Gründung des „Staatlichen Bauhaus Weimar“ 1919 verbunden. Dabei soll eben diese Gründungsphase nochmals im Zentrum der Betrachtung stehen, denn sie fällt in die politökonomischen Krisenjahre der deutschen Industrie- und Arbeitsgesellschaft und musste eben darauf reagieren. Im Umfeld der Revolution wird das Lehrkonzept - wie es Walter Gropius zunächst entwirft – neben den vorgefundenen Ausbildungsstrukturen (Werkstätten), nach Grundlagen dessen suchen, was Arbeit im Allgemeinen und die der künstlerisch-handwerklichen Ausbildung im Besonderen auszeichnet. Hier in Weimar wird er kurzzeitig ein Konzept propagieren, das die werkkünstlerische Ausbildung / Baukunst auf die Dominanz des Handwerks, auf die Erfahrungen des Machens (Poesis) gründet.

Der heute als Hausherr der „Kältezone Funktionalismus“ deklarierte Gropius, hatte bereits 1909/10, also zur Zeit seines Fagus-Werk-Engagements, der AEG unter Emil und Walther Rathenau ein Konzept zur „Gründung einer allgemeinen Hausbaugesellschaft“ vorgestellt und sich damit offensichtlich als Vorreiter des amerikanischen „Fordismus“ im Bauen positioniert. Wenn sich der Bauhausdirektor dann zehn Jahre später in Weimar von dem Projekt einer Ausbildung in Hinblick auf Rationalisierungsanforderungen augenscheinlich verabschiedet, so hat man diese Volte gleichsam als einen dem Zeitgeist geschuldeten Ausrutscher dargestellt, den der Architekt Gropius um 1924 wieder geraderücken wird. Und so liest man, dass das Programm des Dessauer Bauhauses diese, dem expressionistischen Geist geschuldete Weimarer „Panne“ später in der Weiterführung moderner, industrieller Produktivitätsanforderungen korrigieren wird.

Eben das war im Weimarer Bauhaus-Konzept enthalten: das Bedenken und Nachdenken über handwerkliches Wissen und Können. Dass Gropius damit auf die Vorkriegszeit, die Kontakte zu Rathenau, Werkbund, etc. zurückblickte und gleichsam eine politische Kulturkritik in praxi formulierte, um sie für eine neue, qualitätsvolle Massenproduktion einsetzen zu können, soll nochmals behandelt werden. Dabei soll ein kurzer Ausblick auf die zwei anderen Direktoren, Hannes Meyer und Ludwig Mies van der Rohe den Blick auf diese Schule abrunden.

Die Veranstaltung beginnt am Donnerstag, den 06.06.2019 um 19.00 Uhr im Hörsaal 4, Leuphana, Universitätsallee 1, 21335 Lüneburg. Wir freuen uns auf Ihren Besuch. 

 

 

DIE SOZIALE STADT - HAT SIE EINE ZUKUNFT?

 

Das Forum Baukultur setzt im Zusammenwirken mit dem Institut für Stadt- und Kulturraumforschung seine Vortrags- und Diskussionsreihe zum Thema

„Stadtentwicklung“ fort. Nach dem jüngsten Baukulturgespräch im Museum über die

„Humane Stadt“ laden wir aktuell ein zu einem Gastvortrag von Professor

Dr. Dieter Läpple, HCU Hamburg, mit dem Thema: „Die soziale Stadt – hat sie eine Zukunft?“. Läpple ist Stadtökonom und wird unter Anderem über die Weiterentwicklung

unserer urbanen Arbeitswelten sprechen. Eine Vielfalt von Beschäftigungsmöglichkeiten

und Lernarenen für sehr unterschiedliche Qualifikationen und Arbeitsformen brauche die

Stadt der Zukunft mit Integrations- und Aufstiegsmöglichkeiten. Die Digitalisierung

spiele dabei eine wichtige Rolle. „Smart City“ ist hier das Stichwort! Die neuen Technologien bieten vielfältige städtebauliche Gestaltungsmöglichkeiten und Aufnahme in den Stadtkörper und deren Quartiere. Zu ihnen gehört auch die 3-D-Druck - Technologie. Es wachsen die Möglichkeiten, Produktion und Gewerbe zurück in die Stadt zu verlegen, den Zusammenhang und den Zusammenhalt bewahrend und fördernd. Die „produktive Stadt“, die europäische Stadt?

Die Veranstaltung beginnt am 14.2. 2019 um 19 Uhr im Hörsaal 4 auf dem Campus der Universität. Sie sind herzlich eingeladen, ein Thema, das uns in der aktuellen Diskussion um Stadterweiterung und „Lücken“ berührt.

Der Eintritt ist frei.

 

 

 

 

 

 

FREESPACE - WEITERDENKEN. DIE ARCHITEKTURBIENNALE 2018 IN VENEDIG.

 

 

Die international renommierte Architekturausstellung in Venedig, dargestellt und weitergedacht aus einem kulturwissenschaftlichen Blickwinkel.

 

Ende November 2018 besuchten Kulturwissenschaftsstudierende zusammen mit

Prof. Dr. Kirschner die Abschlusstage der Architekturbiennale in Venedig. Die zweijährlich stattfindende Architekturbiennale widmete sich im vergangenem Jahr dem Thema „Freespace“, das auf verschiedenste Weise künstlerisch interpretiert und umgesetzt wurde. Die Kuratorinnen Yvonne Farrell und Shelley McNamara sorgten für frischen Wind auf dem historischen Gelände der Biennale, was sich insbesondere an der hohen Zahl junger Besucher_Innen erkennen ließ. „Freespace“ - Freiraum, das Nicht-Vorhandensein von Raum, Denkräume, soziale Räume. Ebenso vielfältig wie die Interpretations-möglichkeiten des Mottos der Biennale sind auch die Möglichkeiten des Weiterdenkens dieses Konzeptes. Dies illustrieren die Studierenden in Form eines experimentellen, kreativen aber auch informativen Events. Inhaltlich wird sich die Aufarbeitung der Biennale schwerpunktmäßig an räumlichen sowie geschichtlichen Aspekten der Gebäude auf dem Campus der Universität orientieren. Die Studierenden werden die Gruppe über den Campus leiten und zeigen, wie sie „Freespace“ insbesondere im Bezug auf die Universität weiterdenken. So können neue Kontexte entstehen und innovative aber auch kritische Perspektiven sowohl auf die Biennale als auch auf die Räumlichkeiten der Leuphana gerichtet werden. (Stella Köhler)

 

Das Forum Baukultur in Kooperation mit dem Geografischen Kolloquium des Institutes für Stadt- und Kulturraumforschung lädt ein zu einem experimentellen „Freespace-Event“ mit dem Titel „Freespace - Weiterdenken. Die Architekturbiennale 2018 in Venedig.“ 

Dienstag, den 29.1.2019 um 18.15 Uhr im Hörsaal 4 der Leuphana Universität.

 

Die Veranstaltung wird nach einer von Studierenden geführten Tour im Gebäude 9 in einer offenen Diskussions- und Fragerunde mit Snacks und Getränken ausklingen.

Der Eintritt ist frei.